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who's who am Landschaftshaus in Landshut
Die Landshuter Gästeführer nehmen die Fassade genauer unter die Lupe

„Das schönste Gebäude der Stadt!“, hört man immer wieder Gäste sagen, die es staunend fotografieren. Die „Alte Post“ nennen viele Landshuter dieses Gebäude - so steht es ja auch über dem Haupteingang - weil sich hier von 1806 bis 1905 das königliche Postamt der Stadt befand. Offiziell heißt das Gebäude „Landschaftshaus“. Der Name hat aber nichts mit einer Landschaft im heutigen Sinne zu tun. Hier tagten vielmehr von 1556 bis 1806 die niederbayerischen Landstände (Adel, Geistlichkeit und Bürger), um über Steuern und Finanzen zu entscheiden - quasi das Parlament der damaligen Zeit. Den Nachfolger nennt man in Bayern bis heute „Landtag“.

Drei gotische Häuser, die früher an dieser Stelle standen, wurden daher um 1600 zu dem heutigen Gebäude zusammengefasst. Durch diese Vereinigung wurde es zu einem Gebäude mit einer beachtlichen Breite, einem traufständigen Haus, dessen Fassade man mit einem ausgiebigen Bildprogramm belebte. Der Entwurf stammt von Hans Bachmayr, ausgeführt von Hans Georg Knauf, erneuert 1768 durch Simon Wolfgang Krätz. Da sich das Haus in den 1970er Jahren in einem desolaten Zustand befand, überlegte man, die Fassade komplett neu zu gestalten, die Bemalung wäre damit verloren gewesen. Durch einen glücklichen Umstand und der Sanierung durch Bernhard Kellhammer 1972 blieb es bis heute erhalten, auch wenn die Fenster im Erdgeschoß damals durch die heutigen Schaufensterbögen ersetzt wurden.

Am 8. Oktober 1868 wurde in diesem Haus der Maler Max Slevogt geboren, einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus. Nach dem frühen Tod des Vaters übersiedelte seine Mutter mit ihm schon in seinen ersten Lebensjahren nach München und später nach Würzburg.

Es ist mittlerweile das einzige Haus in der Altstadt mit einer so prächtig bemalten Fassade. Durch dieses Alleinstellungsmerkmal fällt es auf, doch nur wenige nehmen sich die Zeit, es genauer zu betrachten. Prachtvoll, stolz, reich geschmückt präsentieren sich uns hohe Herrschaften aus dem Hause Wittelsbach. Und bescheiden waren diese Wittelsbacher nicht! Zwischen den Fenstern des ersten und des zweiten Stocks befinden sich vier runde Medaillons mit Abbildungen der assyrischen, persischen, griechischen und römischen Weltreiche. Und mit diesen stellt sich das Hause Wittelsbach an der Fassade quasi auf die gleiche Stufe.

In der Serie „who's who am Landschaftshaus“ nehmen die Landshuter Gästeführer einige der dargestellten Wittelsbacher Fürsten genauer unter die Lupe. Seien Sie gespannt, welche Geschichten dabei zum Vorschein kommen.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Fürsten können Sie über die Symbole "+/-" neben den entsprechenden Namen ein-/ausblenden. Oder Sie klicken in dem obigen Bild mit der Fassade einfach auf den entsprechenden Fürsten.


Obere Reihe

1 Herzog Otto I.
2 Herzog Ludwig I., der Kelheimer
3 Herzog Ludwig II., der Strenge
4 Kaiser Ludwig der Bayer
5 Herzog Ludwig V.
6 Herzog Stephan II., mit der Hafte
7 Herzog Albrecht I.
8 Herzog Wilhelm I.
9 Herzog Ludwig VI., der Römer
10 Herzog Otto V., der Faule

Mittlere Reihe

1 Herzog Stephan III., der Kneißl
2 Herzog Friedrich
3 Herzog Johann II.
4 Herzog Wilhelm II.
5 Herzog Ludwig VII., der Gebartete
6 Herzog Heinrich XVI., der Reiche
7 Herzog Ernst I.
8 Herzog Albrecht III.
9 Herzog Ludwig IX., der Reiche
10 Herzog Georg, der Reiche

Untere Reihe

1 Herzog Albrecht IV., der Weise
2 Herzog Christoph
3 Herzog Wilhelm IV.
4 Herzog Ludwig X.
5 Herzog Ernst, Bischof von Passau
6 Herzog Albrecht V.
7 Herzog Ernst, Erzbischof von Köln
8 Herzog Wilhelm V.
9 Herzog Ferdinand
10 Kurfürst Maximilian I.